Wintercamping mit Zelt

Wintercamping im Zelt geht nicht? Doch, na klar!

Kennt Ihr schon Fabian und Jenny vom Instagram Zeltblog @50kg_glueck? Die zwei Studierenden dokumentieren ihre Campingtrips mit Auto und Zelt und teilen dabei wertvolle Erfahrungen, Tipps und Eindrücke mit ihrer Community. Inzwischen sind sie echte Experten auf dem Gebiet Zelten, besitzen bereits vier Zelte sowie eine sehr umfangreiche Ausrüstung. Sogar einen mobilen Arbeitsplatz haben sie sich im Zelt eingerichtet und verbringen dementsprechend viel Zeit des Jahres in diesem - nun auch im Winter. Nach dem Kauf eines Tipi- Zeltes, welches sie mit einem Zeltofen beheizen wollen, beginnt jetzt für die beiden das Abenteuer Wintercamping!

Wir finden das total spannend und haben die beiden über ihre Erfahrung beim Wintercampen mit Zelt befragt.

   

Die richtige Auswahl des Zeltes

War das Eure erste Wintercamping Erfahrung mit Zelt? 

Ja, definitiv. Wir konnten es sonst immer nicht aushalten, auf die Saison zu warten und unsere Leidenschaft so viele Monate nicht ausleben zu können - und dann ging es auf einmal alles sehr schnell. 

Welche Kriterien waren bei der Wahl des Zeltes entscheidend?

Zunächst einmal haben wir uns mit den Materialien und Spezifikationen auseinandergesetzt. Baumwollmischgewebe isoliert recht gut und gibt ein schönes Klima im Zelt, das war dann schnell unsere Wahl. Natürlich sollte es auch ein Auslass für den Zeltofen geben und wir wollten sehr gerne Fenster, um in der dunklen Jahreszeit nicht so im Tipi abgeschottet zu sein.

Wie lang dauert der Auf- und Abbau des Zeltes? 

Der Aufbau dieses Zeltes dauert so in etwa 15 Minuten, dazu kommt noch das Abspannen, wenn es windig ist. Bis auf die letzte Tasse alles ordentlich und gemütlich steht, vergehen mit vollständigem Abspannen so knapp 2 Stunden, wenn man alles in Ruhe macht. Der Abbau geht tatsächlich ein bisschen schneller. Wenn wir mit unserem größeren Sommer-Luftzelt und dem ganzen Sommer-Equipment los sind, dauert das alles noch ein bisschen länger.
Der Zeltaufbau bei hochwertigen Zelten ist aber in aller Regel in 15-30 Minuten gut und entspannt zu schaffen. Durch die Tipi-Form und da es nur eine richtige Zeltstange gibt, geht es hier dann eher schneller.

Kann man das Zelt abschließen? 

Das Zelt kann man zwar abschließen, machen wir aber nicht. Das ist immerhin ein Zelt aus Stoff und wenn wir das Zelt am Reißverschluss abschließen, dann schneidet jemand, der in das Zelt möchte, einfach das Zelt auf. Daher schließen wir es nicht ab, lagern aber auch keine besonderen und schnell mitzunehmende Wertsachen im Zelt, sondern haben die bei uns oder im Auto. Da sind die Sachen bei uns versichert und man kann dort nicht so schnell etwas entwenden. Aber allgemein wurde uns noch nie etwas gestohlen oder entwendet auf unseren Zelttouren, auch wenn wir die Türen komplett offen hatten im Sommer. Nur Möwen hatten sich mal in unserem Zelt über unseren Müll hergemacht.

                          

Der Wintercamping-Alltag im Zelt

Schränkt das Zelt Eure Reiseflexibilität ein?

Das Zelten schränkt unserer Reiseflexibilität eigentlich nicht ein. Klar, auf Wohnmobilstellplätze dürfen wir meistens nicht und wegen des Bodens dort ist das sicher auch keine gute Idee. Auch jeden Tag woanders zu stehen oder an einem Tag mehrere Orte zu bereisen, ist damit nicht so ohne weiteres möglich. Das geht zwar schon, ist aber nicht so bequem, das Zelt immer auf- und abzubauen. Wir mögen  dieses unstete Herumreisen aber auch gar nicht so gern, wir mögen die Entschleunigung und kommen auch gern mal an. Aber auch wir könnten mit diesem Zelt jeden Tag den Standort wechseln, wenn wir wollten. Jeden zweiten Tag ist wahrscheinlich entspannter. Wenn man klug packt und nicht alles auspackt, sondern mehr aus den Kisten lebt, dann ist man fast genauso flexibel wie mit Wohnmobil, Dachzelt oder Van. Und sehr sicher flexibler als mit einem riesigen Wohnwagen mit Stangenvorzelt.

Wie sah Euer Wintercamping-Alltag aus?

Wir haben natürlich sehr viel Ofenwache gehalten. Da der Zeltofen viel Wumms hat, muss man den schon im Blick haben und stetig Holz nachlegen. Wir haben aber auch Spiele gespielt, auf dem Ofen gekocht und eigentlich alles getan, was wir bei schlechtem Wetter auch sonst im Zelt tun. 


Wie habt Ihr das bei Ausflügen oder über Nacht gehandhabt mit dem Ofen?

Der Ofen ist zwar sicher und stabil, aber aus eigenem Empfinden lassen wir den Ofen nicht unbeaufsichtigt und würden das auch keinem empfehlen, auch wenn es wahrscheinlich ohne Probleme gehen würde. Aber man weiß ja nie. Wenn wir unterwegs auf Ausflügen etc. sind, dann löschen wir das Feuer im Ofen. Erst dann gehen wir los. Man darf sich das auch nicht vorstellen wie zu Hause, dass man heizt und die Wärme bleibt stundenlang. Es ist eben doch noch immer ein Zelt aus Stoff, der zwar isoliert, aber natürlich deutlich weniger als eine Hauswand. Die Hitze entsteht sehr schnell, der Zeltstoff isoliert erstaunlich gut, aber die Hitze vergeht dann auch nach einiger Zeit wieder.  Dafür heizt sich das Zelt beim neuen Entfachen vom Feuer auch sehr schnell wieder auf, man muss also auch nach der Rückkehr vom Ausflug nicht frieren.

Am Abend heizen wir das Feuer nochmal stark an, lassen es dann ausglühen und gehen dann mit der Wärme schlafen. Nachts frieren wir nicht, da wir unsere Schlafsäcke mit Schlafsackinlets wintertauglich gemacht haben, eine stark isolierende Schlafmatte benutzen und uns gute Schlafsachen anziehen: Skiunterwäsche und dann Zwiebel-Look. Aber nicht zu viel, da sonst die Isolation des Schlafsacks nichts bringt. Morgens wachen wir auf, heizen den Ofen an, legen uns dann meistens wieder nochmal ein bisschen hin und wachen dann endgültig im warmen Zelt auf und frühstücken dann gleich mit Kaffee und Porridge vom Zeltofen.

  

Noch mehr Zelt- Tipps gefällig?

Letzte Frage: was sind Eurer Meinung nach die wichtigsten Dinge, die beim Wintercamping mit Zelt zu beachten sind?

Wir würden immer empfehlen, Plätze so auszusuchen, dass sie nicht matschig von unten sind oder sich unter dem Zelt Wasser sammeln kann, am besten auch gut belüftete und freie Plätze, um Sonne und Wind zum Zelttrocknen nutzen zu können. Wichtig ist auch eine Zeltplane unter das Zelt zu legen. Und man sollte sich Mühe geben beim Aussuchen des Campingplatzes. Viele Plätze haben im Winter nicht geöffnet und einige haben mit Zeltöfen leider ihre Schwierigkeiten. Aber mit dem richtigen Equipment klappt Wintercamping im Zelt auch ohne Zeltofen.

 

Lieben Dank an Jenny und Fabian für ihre tollen Wintercamping-Tipps! Wenn Ihr Euch für alles rund ums Thema Zelten interessiert, solltet Ihr unbedingt mal bei @50kg_glueck vorbeischauen.