Campingtipps

Erfahrungsberichte

Manchmal sind wir selbst auf Tour und daran möchten wir euch teilhaben lassen. Deshalb erhalten ihr hier hin und wieder berichte von unseren Campingausflügen in Deutschland.

 

Wollt auch ihr gerne eure Urlaubsgeschichte erzählen? Dann mailt uns gerne unter info​[at]​bvcd.de und wir veröffentlichen eure Campingerlebnisse in Deutschland

Das Himmelfahrtswochende 2019 war perfekt für eine Kanutour auf der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Zu viert mit zwei Kanadiern unterwegs, haben wir die Natur auf vier Campingplätzen und insgesamt 18 Seen sowie mehreren Zuflüssen in vollen Zügen genossen.

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz am Leppinsee, wo uns alle Wünsche erfüllt wurden. Einen direkten Blick auf den See, Schatten unter hohen Nadelbäumen, gepflegte Duschen sowie Toiletten und einen Boden, der uns nicht daran verzweifeln lies die Zeltheringe in den Boden zu stecken.

Die Vorfreude auf unsere Tour stieg und Pläne wurden am Lagerfeuer direkt am See geschmiedet. Hier trafen wir auch zum ersten Mal weitere Wasserwanderer, die es ebenfalls nicht abwarten konnten, dass es am nächsten Tag losgehen würde. Zur Stärkung hatten wir den Grill angemacht und dabei den Sonnenuntergang beobachtet. Genau so habe ich mir Camping mit Zelt vorgestellt!

In der Nacht wurde es im Zelt ziemlich frisch - aber mit Hilfe einer guten Isomatte (min 5 cm. Dicke) und einem Schlafsack mit einer Komforttemperatur bis 0°C war dies kein Problem.

Am nächsten Morgen wurden die Kanus mit Schwimmwesten, Wasserwanderkarte und Packsäcken ausgehliehen. Anschließend wurden unsere Schlafsäcke, Zelte, Isomatten und Klamotten wasserfest verstaut. Anfänglich hatten wir doch irgendwie Angst, dass man unterwegs kentern könnte.

Auf gings ins Wasser und quer über den See, um im Windschatten paddeln zu können. Für den ausreichenden Komfort im Kanu sorgten Sitzkissen, Fahrradhandschuhe und Polster an den Knien. Der Wind war am ersten Tag die wahr gewordene Hölle, aber wir quälten uns da durch und waren glücklich, als wir nach ca. 14 km unser nächstes Nachtlager am Mössensee erreicht hatten.

Nach einer, auf dem Campingkocher selbstgemachten, Chilli sin Carne und dem Aufbauen der Zelte ging es dann für uns auch schnell ins Bett. Der Wind hatte uns alle ziemlich erledigt.

Dafür wurde es am Freitag umso schöner. Wir sind durch viele traumhafte kleine Zuflüsse gepaddelt und haben das spiegelglatte Wasser bewundert. Wir hatten das Gefühl, das Wasser entschuldigte sich für den Tag davor und obwohl es zwischendurch mal regnete, konnte unsere Laune nicht gedämmt werden. Mit Regenjacken und -hosen und der Gewissheit, dass unsere Sachen wasserdicht verpackt waren, konnte uns nichts passieren.Bei unserem nächsten Aufenthalt zelteten wir auf einer Zeltwiese, welche speziell für Wasserwanderer ausgelegt war und wir waren froh über eine warme Dusche und mehreren Gaststätten im Ort Wustrow.

Der schönste Teil der Kleinmecklenburgischen Seenplatte sollte jetzt vor uns liegen - die Schwaanhavel. Ein idylischer kleiner Fluss, welcher durch tiefe, sumpfige Wälder führte und wo man einem Busch nach dem anderen ausweichen musste. Ich war froh, dass mein Partner so gut lenken konnte, sodass ich nicht alle paar Sekunden im Gestrüpp gelandet bin.

Außerdem mussten wir an diesem Tag zum ersten Mal schleusen. Wir hatten zwar schon einige Paddler unterwegs gesehen, aber als dann fast 50 Kanus aus der Schleuse kamen, wurde uns erst die Größe des Gebietes bewusst, da wir teilweise kilometerlange Seen überquerten und kein einziges anderes Boot gesehen hatten. Nach der Schleuse kamen wir auf den größten See: dem Woblitzsee. Hier waren wieder deutlich Wellen und Wind zu spüren, aber zum Glück von hinten, sodass wir uns tatsächlich über den ganzen See haben treiben lassen können. Einmal um eine Ecke gebogen, wurden wir dann vom Drachenbootrennen auf dem Ferien- und Campingpark Havelberge überrascht. Nach einer Stärkung mit Pommes und Currywurst zogen wir dennoch weiter zum schönsten Campingplatz auf unserer Tour: dem FKK Campingplatz am Useriner See.

Der Campingplatz lag wunderschön in einer Bucht am See, hatte einen schönen Badestrand und extra Steganlagen für uns Wasserwanderer. Wir konnten direkt am See zelten und wurden glücklicherweise nicht von Mücken zerstochen. Die Atmosphäre war wunderbar und überall lagen Baumstämme mit Tischen, damit wir Paddler uns setzen konnten, um unser Essen zuzubereiten. Auch hier war wieder eine Lagerfeuerstätte, welche dafür sorgte, dass die Abenteueratmosphäre perfekt war.

Am letzten Tag kamen wir durch einige Naturschutzseen und trauerten darüber wie schnell die Zeit doch vergangen war. Wir alle hätten uns gewünscht noch mehr Zeit gehabt zu haben, um noch mehr solch schöner Orte zu entdecken.

Damit steht fest, dass wir definitiv wieder kommen werden, um weitere traumhafte Campingplätze, Seen und Zuflüsse zu entdecken.

Zurück in die Kindheit – Zurück ins Südsee-Camp

Lange war ich nicht mehr da, an dem Ort, welcher mir die schönsten und meisten Erinnerungen meiner Kindheit bescherte. Der Ort, den ich in und auswendig kannte, wo ich den großen Platzplan gar nicht mehr benötigte, um mich zurecht zu finden und meinen Eltern den Weg zu weisen. Ich weiß nicht, wie oft ich dort war zwischen meinem 3. und 18. Lebensjahr, aber ich weiß, dass es so viele Male gewesen sein müssen, dass das Südsee-Camp für mich mein zweites Zuhause war.

Einige Male versuchten meine Eltern mit mir und meinen Geschwistern an anderen Orten Urlaub zu machen, aber ein zweites Zuhause ersetzt man nicht, sodass wir immer wieder dorthin zurückkehrten und wundervolle, schöne, lustige und abenteuerliche Erinnerungen sammelten, z.B. bei gruseligen Nachtwanderungen, mit der Rappelkiste, beim Stockbrotbacken, auf den Spielplätzen, im Schwimmbad und auf der Skaterbahn.

Und plötzlich war ich 10 Jahre nicht mehr hier, sondern trieb mich an anderen Orten der Welt und Deutschlands rum.

Doch zum SAT-Treffen 2019 hatten ich und meine Familie wieder die Gelegenheit zum Südsee-Camp zu fahren. Die Vorfreude war riesig und spätestens als ich von der A7 in Soltau-Süd runterfuhr und das erste Campingplatz Schild vom Südsee-Camp zum links abbiegen sah, wurde ich richtig aufgeregt.

Wie in der Kindheit freute ich mich darüber das Schild zu sehen und zu wissen, dass es jetzt nicht mehr weit ist. Am Ziel angekommen war es großartig zu sehen, dass alles noch genauso aussah wie damals und ich habe mich sofort willkommen gefühlt in meinem alten „Zuhause“.

Ich fuhr also durch die Schranke, am Seeeck auf der linken und Finkenbusch an der rechten Seite vorbei, um den Imbiss herum und ins GT-2000 zum Platz G4L. Dort wartete meine Familie bereits im Wohnmobil mit dem Frühstück auf mich.

Bis zu meinem 12. Lebensjahr hatten wir ein selbstausgebautes Wohnmobil mit dem besonderen Namen „Titanic“, welches meine Eltern - aus mir bis heute unerklärlichen Gründen - verkauften. Ab dann hieß es für uns Urlaub im Mietwohnwagen, Zelt oder in Sommarby.

Die Tatsache, jetzt wieder mit dem eigenen familiären Wohnmobil auf dem Südsee-Camp zu sein, hat mich emotional sehr bewegt. Es war wie ein Flashback zurück zu allen glücklichen Erinnerungen dieser vielen Urlaube.

Nach dem Frühstück starteten wir einen großen Spaziergang über den Teil des Platzes, welcher nicht vom SAT-Treffen eingenommen wurde. Wir liefen zum Tannengrund, durch den Wrogewald und an den Zeltcampern im Seewald am Südsee vorbei, bis zum Eingangsbereich des Platz. Danach lugten wir ins Schwimmbad und erkundeten die Dauercampingplätze in den vier Jahreszeiten, um anschließend wieder zum GT 2000 zurück zu kehren. Es war schön festzustellen, dass noch alles genauso aussieht wie beim letzten Mal, nur dass die Hütte am See durch einen Turm ersetzt wurde und meine geliebte Half-Pipe, wo ich ganze Tage verbracht habe, von der Skateanlage verschwunden ist.

Das SAT-Treffen am nächsten Tag war anfangs allerdings anders als erwartet. Auf der Pilzwiese und im Sommerland gab es einen großen Flohmarkt mit vielen Dingen rund ums Camping. Vorfreude hatten wir vor allem wegen den vielen selbstausgebauten Fahrzeugen, waren dann aber eher enttäuscht, dass zwischendurch doch noch so viele normale Wohnmobile der verschiedensten Hersteller auf den Plätzen standen. Vor allen Dingen fragte ich mich aber, wo sich die 800 selbstausgebauten Fahrzeuge überhaupt befinden sollten. Ja, die Pilzwiese und das Sommerland waren voll, aber 800 Fahrzeuge hatte ich da jetzt noch nicht gesehen. Bei einem Kaffee im Restaurant Bootsmann fragten wir nach, ob das was wir gesehen haben alles gewesen ist, doch leider konnte man uns keine Informationen darüber geben. Nur durch Zufall, bei einem weiteren Spaziergang durch Sommarby, sahen wir, dass die Wiese zwischen Reithalle und Hochseilgarten ebenfalls noch prallgefüllt war mit Fahrzeugen. Zum Glück haben wir das noch entdeckt, denn dort standen mehrere Fahrzeuge, die mich an unsere frühere Titanic erinnerten und auch einige Inspirationen für eventuelle zukünftige Umbauideen eines VW T3 Transporter.

Es war faszinierend zu sehen, aus welchen besonderen Fahrzeugen teilweise Wohnmobile wurden und wohin die Besitzer damit schon gereist sind. Einige der Fahrzeuge strahlten die pure Freiheit und Reisen in ferne Länder aus, ein Empfinden, was man mit vielen Herstellerfahrzeugen nicht unbedingt verbindet. Andere Fahrzeuge waren wiederum günstige Alternativen zum aktuellen Fahrzeugmarkt.

Das tollste war aber festzustellen, dass viele der relativ alten Fahrzeuge tatsächlich von ihren Besitzern geliebt, gehegt und gepflegt wurden und mit vielen Arbeitsstunden verbunden sind. Sie alle waren ein Haufen von gesammelten schönen Erinnerungen und für ihre Besitzer meist unverkäuflich.

Am letzten Tag probierten wir noch eine für uns neue Attraktion aus: Das Dschungel-Golf. Da wir alle schlechte, aber begeisterte Minigolf Spieler sind und dies für uns quasi zu jedem Urlaub dazu gehört, waren wir richtig begeistert eine neue Form des Minigolfs kennen zu lernen und hatten trotz vieler Bälle, die ins Wasser geschlagen wurden, jede Menge Spaß.

Danke Südsee-Camp, dass du uns immer noch so glücklich machst wie früher.