Steimers Stöffche ist das Beste
Obst- und Gartenbauverein kürte den Niederjosbacher Apfelweinkönig

Vorjahressieger Peter Jungels musste seine Krone abgeben, schaffte es mit seinem Selbstgekelterten aber immerhin auf Platz zwei.
Niederjosbach. Goldgelb bis orange, klar und nach Apfel duftend – so sollte er sein, der perfekte Apfelwein. Welches «Stöffche» aus der Region diesem Anspruch am ehesten gerecht wird, wollte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Niederjosbach am vergangenen Samstag herausfinden. Zum Apfelweinkönig wählten die Gäste den Niederjosbacher Jörg Steimer. Damit löst er den Vorjahressieger Peter Jungels ab, der in diesem Jahr eine von drei Silbermedaillen bekam.
Bereits zum vierten Mal prämierte der OGV den besten Apfelwein. Mitmachen konnte jeder, der 2009 selbst gekeltert hat. Die elf Teilnehmer mussten jeweils zehn Liter Apfelwein zur Verköstigung abgeben. Die Proben wurden alle im selben, kühlen Raum gelagert, damit sie die gleiche Temperatur hatten. «Zwischen 11 und 13 Grad sind für Apfelwein optimal», weiß Erich Gruber, erster Vorsitzende des OGV.
Koreanischer Tester
Die Prüfung, darauf legen die Vereinsmitglieder Wert, ist «rein sensorisch». Das bedeutet, dass der Äppler nach Geschmack, Geruch und Farbe bewertet und nicht auf seine Inhaltsstoffe untersucht wird. Den Test führten die rund 90 Gäste durch, keine Fachjury. Weil die Wahl wie in den Vorjahren auf dem Niederjosbacher Campingplatz durchgeführt wurde, waren nicht nur Apfelweinkenner aus dem Ort, sondern auch Urlauber aus Norddeutschland, Holland und sogar ein Koreaner dabei. «Bei uns gewinnt nicht unbedingt der beste Apfelwein, sondern der, der am Tag des Wettbewerbs bei den anwesenden Gästen am beliebtesten war», erklärt Erich Gruber das Konzept.
Für die Nicht-Hessen gab‘s eine Einweisung vom Vereinschef: «Farbe: äppelwoi-artisch, Geruch: charakteristisch, reagiert ekelhaft mit Limonade.» Auch vor den Gefahren, wie zum Beispiel «Ehestreit und Erfrierung durch draußen schlafen», warnte er. Das Abfüllen sei nur in die dafür vorgesehenen Behältnisse, den Bembel und das Gerippte, zulässig. Serviert wurden wie in den Vorjahren eine Hausmacher Wurstplatte und Apfelweinbrot.
Auf dem Bewertungsbogen waren für jede Startnummer Punkte für die Farbe, den Geruch und den Geschmack einzutragen. Die Notenskala reichte von einem Punkt («Den lass ich stehen») bis zu zehn Punkten («Für den steh ich nachts auf»). Jörg Steimer, der selbst Mitglied im OGV ist, gewann mit einem Apfelwein, der auf dem Hubertushof gekeltert wurde.
Das Ergebnis bestätigte die Erfahrungen von Erich Gruber: Ein Großteil des Publikums, besonders Frauen und «Nicht-Hessen», bevorzugen süße, eher milde Apfelweine. Das Stöffche von Jörg Steimer sei besonders aromatisch und schmecke intensiv nach Apfel. knb knb
Artikel vom 15. August 2010, 19.30 Uhr (letzte Änderung 16. August 2010, 04.20 Uhr)